NintendoWatch #1: Gefallene 3DS-Barrieren

Hallo und willkommen zu unserer neuen Kolumne namens NintendoWatch. Hier greifen wir aktuelle Berichte wie Interviews, Entwickleraussagen oder Verkaufscharts, rund um Nintendo auf, um diese dann zu analysieren und anschließend zu kommentieren. Zweck dieses Unterfangens soll die Beobachtung von Nintendos Entwicklung sein, die sie mit ihrem neuen Handheld, dem 3DS und ihrer zukünftigen Heimkonsole, der Wii U, durchmachen werden.

Den Anfang macht Kotakus Interview mit Regginald Fils-Aimé, dem Präsidenten von Nintendo of America. Kommen wir direkt zu seiner Kernaussage, die lautet:

Zwei entscheidende Barrieren, die den Kunden vom Kauf des 3DS abgehalten haben, sind gefallen.

„But when we started talking to consumers who were aware or interested, but hadn’t yet bought, they told us two things: first, I need a big Nintendo franchise for our purchase. The second thing was I need the network to be up. I need the connected experiences to be there.“

Diese Aussage beinhaltet mehrere Punkte.

Zunächst einmal führt Nintendo Kundenbefragungen durch, erst nachdem ihr neuer Handheld auf den Markt gekommen ist. Was wiederum zeigt, dass Nintendo nichts aus der Erfolgsgeschichte des DS gelernt hat. Auch die Befragung an sich, zeugt von Nintendos Ahnungslosigkeit und ihrer ursprünglichen Überzeugung, der 3DS würde, wie sein Vorgänger, ebenfalls aus dem Vollen schöpfen.

Wenn es sein muss, verkauft Reggie den 3DS höchstpersönlich!

Die erste Barriere, die Fils-Aimé erwähnt, ist das Fehlen einer großen Nintendomarke zum Startbeginn. Natürlich kaufen sich die Spieler Nintendogeräte, auch wegen Nintendospielen. Eine große Nintendomarke stand übrigens schon zum Launch bereit. Nintendogs verkaufte sich auf dem DS weit mehr als 20 Millionen mal. Wenn das nicht groß ist, was dann? Zudem geht Reggie davon aus, dass nur Nintendospiele Systemseller seien. Ein Zeichen für die weiter getragene Arroganz, die Drittanbietern auf Nintendoplattformen schon immer das Leben schwer gemacht hat. Wieso erwähnt man nicht Resident Evil oder Metal Gear Solid? Weil Nintendo schon immer das egoistische Kind auf dem Spielplatz gewesen ist, dass dich nie auf die Schaukel gelassen hat. Das zeigte auch ihre E3 PK, auf der sie 3DS Drittanbietern keine drei Minuten Aufmerksamkeit schenkten.

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Die zweite Barriere soll der fehlende eShop und der Internet Browser gewesen sein. Wie wir schon bereits erwähnt haben, sind alte Game Boy Spiele, die dann noch drei bis sechs Euro kosten, kaum ein Grund um sich den Kauf zu überlegen. Auch der schwache Internet Browser, der nicht einmal Flash-Unterstützung bietet, stellt keinen echten Kaufgrund dar.

Nintendo weiß demnach also immer noch nicht woran der bisherige Misserfolg des 3DS fest zu machen ist. Die wirklichen Barrieren sehen ganz anders aus und sind auch zahlreicher.

  • Der Massenmarkt sieht keinen Wert im 3DS, der dem DS überlegen ist

  • 3D verunsichert den Massenmarkt

  • Nintendos Handheldmonopol existiert längst nicht mehr

  • Es gibt keine Spiele, die besonders auf den 3DS zugeschnitten und somit nur dort spielbar sind

  • Nintendo ist den Drittanbietern immer noch nicht aufgeschlossen gegenüber

Außerdem sollen Filmdienste dem 3DS zum Erfolg verhelfen.

„We’ve got the 3D movie service still on track for the summer. We’ve got Netflix still on track for the summer. So I think we’re well underway to having that addressed as well. My expectation, Stephen, is that with the adjustments we’ve made, we’re going to be back with strong momentum on the 3DS.“

Fils-Aimé ist also der Meinung, dass Konkurrenzprodukte auf ihrer Plattform einen positiven Effekt auf die Verkaufszahlen haben werden. Genau so gut könnte Nintendo Werbung für Sonys PlayStation Vita auf dem 3DS laufen lassen, in 3D versteht sich.

Zum Schluss erklärt er, dass der 3DS nicht voreilig auf den Markt kam.

„The system did not launch earlier than planned,“ he said. „We thought there would have been a tighter gap between launch and the first network update.“ Beyond that, Fils-Aime projected, all is well.“

Alle Anzeichen sprechen aber genau für diese verfrühten Markteinstieg. Mehrere dieser Indizien hat er sogar selbst erwähnt. Es wird wiedermal das Offensichtliche abgestritten.

Ob Fils-Aimé mit seinen Vermutungen trotzdem richtig lag, nachdem Zelda, eShop und der Internet Browser nun erschienen sind, werden die kommenden Verkaufscharts zeigen.

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9 Kommentare zu “NintendoWatch #1: Gefallene 3DS-Barrieren

  1. Der Zelda-Boom in Japan ist anscheinend verpufft, bevor es richtig los ging:

    3DS – 40,649
    PSP – 31,741

    Verdammt schwache Zahlen, bei so einem „Systemseller“.

  2. Naja, Zelda ist auch nicht DER Systemseller in Japan. Monster Hunter, Dragon Quest, Mario-Spiele reissen da einiges mehr. Aber hey, der 3DS ist endlich mal vor der PSP 😛 (man muss sich auch über kleine Dinge freuen können xDD)

  3. Bei den bisherigen Zahlen bin ich um jede Steigerung, mag sie noch so klein sein, froh 😉
    Aber hast Recht, im Vergleich zum DS und PSP sind die Zahlen bisher nix^^

  4. An Schlingel:

    Die Verkaufszahlen in Japan sind gerade in einem Dauertief, aber jetzt scheint es wieder aufwärts zu gehen. Die Käufer des 3DS unterscheiden sich aber stark von der DS Zielgruppe. Das sieht man deutlich an den Softwareverkaufszahlen. Und genau aus diesem Grund wird der 3DS nie so erfolgreich sein wie sein Vorgänger.

  5. Und hier die Softwareverkaufszahlen:

    01. [PSP] The Little Battlers – 166,187 / NEW
    02. [3DS] The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D – 164,110 / NEW

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