Strategien und Konzepte: Wii U vs „Durango“ vs PS4

Mit der Markteinführung der Wii U im November 2012,  hat die achte Konsolengeneration offiziell begonnen. Die Karten werden erneut gemischt und jeder der großen Drei wird versuchen seine Marktanteil auszubauen. Mit neuer Herangehensweise an den Markt, angepassten Strategien und weiterentwickelten Konzepten, kämpft man um die Gunst alter Fans sowie neuer Interessenten. Diesmal machte Nintendo den ersten Schritt, während Sony und Microsoft wahrscheinlich mit einjähriger Verspätung das Parkett betreten werden. Doch die Vergangenheit zeigte bereits mehrmals, dass mehr nötig ist, als nur ein markeinführungsbedingter Vorsprung.

Mit der Wii U versucht Nintendo vor allem an den Erfolg der Wii anzuknüpfen, was sich nicht zuletzt im Namen der neuen Konsole widerspiegelt. Die Gelegenheitsspieler sollen problemlos mit ins neue Boot geholt werden, gleichzeitig wird diesmal aber auch die Gruppe der ernsthaften Spieler stärker angesprochen. Bei den ersten Präsentationen der Wii U, legte Nintendo allen Augenmerk auf den neuen Controller. Abgesehen vom Nes und Snes, hatte jede neue Nindendokonsole auch ganz neue Controller-Layouts, basierend auf Nintendos Grundkonzept: Gamer sollen Videospiele auf eine neuartige Weise erleben.

“The game has changed, … and the way the game is played has to be changed.” -Iwata

Dieses Konzept wird von Nindendo voll und ganz ausgelebt. Statt neu IPs, gibt es neue Controller.

NCE

Um die Casuals an Bord zu holen, versuchte man den Erfolg der Wii Schritt für Schritt nachzugehen. Alles drehte sich wieder um den Controller, die Minispielsammlung Nintendoland sollte das neue Wii Sports werden und die Hardware sollte preislich den Massenmarkt direkt ansprechen. Mit Spielen wie Ninja Gaiden und Zombie U, lockte man auch die kaufkräftige Schicht der Hardcore-Spieler. Auch die Drittanbieter sollten viel stärker vertreten sein, als noch auf dem Vorgänger.

Warum aus der Wii U nie eine Wii 2 werden sollte, liegt auf der Hand und die aktuellen Verkaufszahlen sind Bestätigung genug. Der eigenwillige Name stiftet Verwirrung, die Bedienung hat sich verkompliziert, der Couch-Multiplayeraspekt wurde in den Hintergrund gedrängt. Und auch der Preis der schwachen Hardware ist zu hoch angesetzt, wie schon beim 3DS. Nintendo ist heute genau dort, wo Sega einst mit der Dreamcast stand, eingequetscht zwischen zwei Generationen. Im Grunde ist die Situation noch verheerender, denn die Dreamcast unterschied sich deutlich von den Konkurrenzkonsolen aus der Vorgängergeneration. Ein weiteres, schon beinahe chronisches Problem ist die fehlende Unterstützung seitens Drittanbieter. Seit dem Snes schaffte es Nintendo nicht mehr so richtig die Gunst der 3rd Parties auf sich zu ziehen. Ehemalige Exklusivtitel werden Multi, Projekte werden massenhaft eingestellt und die wenigen Spiele die erscheinen, werden meistens nicht einmal mit DLC unterstützt.

Bei der zweigleisigen Fahrt, bei der man versuchte Casual-, sowie Coregamer gleichzeitig zu begeistern, versäumte man es die Konsole deutlich zu profilieren. Dummerweise weiß niemand so richtig an wen sich die Wii U richtet. Sieht man sich dagegen die Werbespots an, wird deutlich wie sich Nintendo seine Zielgruppe vorstellt. Von jung bis alt ist alles dabei, als Paar oder in größeren Gruppen und alle haben mächtig Spaß. Im Grunde hat sich nichts an der Marketingstrategie geändert. Man bewirbt weiterhin das Konzept der ursprünglichen Wii. Neu hingegen ist der Fokus auf Einzelspieler und Vater-Sohn Kombos, so wie in diesem 3rd Party Spot:

Früher war es Mutter und Tochter beim Wii Sports Spielen, heute ist es das. Warum man nicht den Split-Screen Modus zeigt und stattdessen den Sohn zum Beifahrer degradiert wenn der Vater plötzlich auftaucht, ist ein kniffliges Rätsel. Mutti und das Töchterchen hatten ihrer Zeit noch das gleichwertige Vergnügen. Na wenn das der Coregamer mal nicht in den falschen Hals bekommt…

Ob man überhaupt NGC Zahlen erreichen kann ist fraglich, was für Nintendo eigentlich auch zweitrangig sein dürfte. Das Argument große Spielmarken wie Mario Kart, Zelda und Co. würden den Karren aus dem Dreck ziehen, hat auch beim N64 und seinem Nachfolger nicht gegolten. Es ist mal wieder eine dieser Konsolen, die fast ausschließlich Nintendofans anspricht. Und selbst diese halten sich diesmal verdächtig zurück.

Auch eine Preissenkung kommt noch längst nicht in Frage, wenn man bedenkt, dass Nintendo ein Spiel aus dem eigenen Haus mit der Konsole verkaufen muss, damit die Wii U profitabel ist. Preissenkungen aus Eigeninitiative der Händler, waren zudem wenig erfolgreich. Nintendo musste kürzlich sogar den Handel beruhigen, da diese auf hohen Lagerkosten sitzen bleiben. Nintendos Rettungsanker war immer nur der Handheldmarkt, auf den sie ihren Fokus in Zukunft wohl fast gänzlich verlagern dürften.

Nach der Vorstellung der PS4 ist Microsoft der einzige Player, der noch die Karten auf den Tisch legen muss. Doch undichte Stellen haben bereits verraten, was MS so auf der Hand hat. Viel wichtiger als die durchgesickerten HW-Spezifikationen, ist das Gesamtkonzept und die Richtung, die die neue Microsoftkonsole einzuschlagen scheint. Gestartet ist die Xboxmarke als Hardcorekonsole für Shooterzocker, im Grunde ein PC, den man an den Fernseher klemmt. Gewandelt hat sie sich in ein Kuddelmuddel, das Microsoft das Unterhaltungszentrum des Wohnzimmers nennt. Und diesen Faden soll auch das neue Gerät weiterspinnen. Unterhaltungskonsole statt Spielkonsole.

Noch sind es alles Gerüchte und Spekulationen, auf die man nichts geben muss, doch haben sich die meisten Meldungen, die Next-Gen betreffend, als sehr zuverlässig herausgestellt und auch die Indizien zeichnen ein klares Bild ab.

Kinect, das die Bühne der letzten drei E3s dominierte, soll diesmal ein fester Bestandteil des Xbox-Paketes werden. Kinect ist von Anfang an in die Entwicklung eingebunden. Unabhängig von der Funktionalität, ist Kinect 2.0 aber zunächst eines: Nichts Neues. Die Kunden kennen controllerlose Gestensteuerung von der Xbox 360 und davor von der PS2. Ein Ansturm, wie ihn die Wii erlebte, dürfte also ausbleiben. Und gerade für Hardcoregamer hat sich Kinect zum Synonym allen Bösen avanciert. Innovationen auf der Hardwareseite sind zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, scheinen jedoch abwesend zu sein.

Richtig interessant wird es erst, wenn man sich anschaut wer an der Konzeptentwicklung der neuen Konsole mitwerkelt. Das wäre zunächst Yusuf Mehdi, der bereits für Onlinedienste und Onlinewerbung zuständig war, sowie Nancy Tellem, die Präsidentin des CBS Fernseh-Netzwerkes gewesen ist, bevor MS sie abgeworben hat. Beide sind nun für die Unterhaltungssparte der neuen Xbox verantwortlich. Eigens zu diesem Zweck wurden die Xbox Entertainment Studios in LA gegründet, die an Interaktiven TV-Shows und Unterhaltungsanwendungen arbeiten. Begründet wird die Expansion in die Unterhaltungsbranche mit der Tatsache, dass der durchschnittliche Xbox-Nutzer mehr Zeit mit „Entertainment-Apps“ verbringt als mit Videospielen.

Auch hat sich die Benutzergruppe seit den Anfängen erweitert. Was als reine männerzentristische Konsole begann, veränderte sich in den letzten Jahren drastisch, so dass der Nutzeranteil der Frauen auf ganze 38% kletterte. Jeder zweite Xbox-Nutzer hat zudem Kinder. Und diese Zielgruppen haben bekanntlich ganz eigene Interessen.

Würde man Microsofts Konzept auf Iwatas Zitat übertragen, lautete es:

“The entertainment has changed, … and the way the entertainment is experienced has to be changed.”

Interaktive Unterhaltung ist das Zauberwort, wenn es nach Microsoft geht. Und hier treten Kinect und SmartGlass auf den Plan. Einen ersten Einblick in die Zukunft bietet Kinect Sesame Street TV. Speziell aufbereitete Sesamstraße-Folgen, die an bestimmte Punkten Interaktionsmöglichkeiten bieten. SmartGlass soll hingegen automatisch Zusatzinformationen zu gerade abgespielten Inhalten, auf Tablet oder Smartphone einblenden.

Dass das Ganze hinter dem XBL Goldvorhang verschwinden wird, steht außer Frage. Auch der Preis der Konsole selbst dürfte bei weitem nicht massentauglich sein, dank kostspieligen Spielereien. Ein Vertriebsweg, wie man es von modernen Smartphones gewohnt ist, wäre hier durchaus denkbar. Dazu kommen noch die Gerüchte, dass die Konsole gebrauchte Spiele nicht einfach so akzeptiert und eine Internetverbindung obligatorisch ist. Ja, sogar die Kinectkamera muss angestöpselt sein, damit die Konsole funktioniert. So unglaubwürdig das alles auch klingen mag, es passt bestens ins Konzept.

Abgesehen vom Singleplayeraspekt der Videospiele, brauchen alle Dienste, die Microsoft anbietet, eine Internetverbindung. Video- und Musikdienste, XBL Features, Werbeeinblendungen, etc. Microsoft lässt keine Gelegenheit aus, um den Erfolg von XBL mit Kundenzahlen zu demonstrieren. Man ist überzeugt davon, dass der Großteil der Leute mit der Xbox online sein will und die Zahlen steigen weiter. An einer reinen Offline-Konsole verdient MS wenig, denn ein großer VG-Publisher sind sie nicht. Zudem fehlt die Kontrolle und die Überwachung des Kunden. Ein Offline-Spieler ist in den meisten Statistiken nicht vertreten.

Kinect könnte zum vollwertigen Controller des Gelegenheitsspielers und des App-Benutzers werden. Alle Menüs und Anwendungen werden durch simple Gestiken und Sprachbefehle gesteuert. Dadurch, dass die Kamera jetzt zum Umfang gehört, werden die Anwendungsbereiche erweitert und der Kinectzwang beinahe unumgänglich. Gerüchte besagen, dass MS auch an einem neuen Controller für ernsthafte Spieler arbeitet, der ähnlich wie Nintendos GamePad, über ein Touchscreen verfügt.

Seit drei Jahren wendet sich Microsoft intern mehr und mehr vom Videospielmarkt ab und versuch seinen Kundenkreis durch andere Angebote zu erweitern. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man den Videospieler gänzlich auf das Abstellgleis stellen wird. Microsoft weiß um die Wichtigkeit dieses Marktes und wird auch hier nicht das Feld für die Konkurrenz räumen. Stattdessen wird man versuchen weiterhin mit wenig Eigenaufwand viel Geld zu machen. Und dazu könnte auch die Gebrauchtspielsperre gehören. Viele Entwickler schreien schon seit Jahren danach, immer in Verbindung mit dem Gejammer über steigende Entwicklungskosten. So sollen alle Spiele über einen Installationszwang auf die Festplatte überspielt werden, sodass der optische Datenträger, wie schon bei der 360, nur noch die Bootsequenz einleitet. Raubkopien und der Weiterverkauf könnten dann auf technischem Wege ausgeschlossen werden. Diese Evolution des Onlinepasses könnte auch nur ein Experiment sein, um die Schmerzgrenzen des Marktes weiter auszutesten. Oder eben nur ein Gerücht.

Microsoft wird in Zukunft an mehreren Fronten gleichzeitig zu kämpfen haben. Man drängt verstärkt ins Unterhaltungs-Territorium, wo bereits Apple und Konsorten lauern, zudem hat man Sony weiterhin im Nacken. Hinzu kommt Valves „Steambox“, die sich vom Windows OS verabschiedet und Microsoft im PC-Sektor das seichte Wasser weiter abgräbt. Der wahrscheinlich letzte Sargnagel für Games for Windows.

Der Masterplan sieht also wie folgt aus: Man bietet Inhalte an, die es bereits in Hülle und Fülle gibt und für die man selbst nicht verantwortlich gewesen ist (Filme, Serien, Musik, Onlinegaming, etc.) und verdient daran, indem man den bereits kostenpflichtigen oder auch freien Zugang wiederum hinter einer eigenen Bezahlschranke verriegelt (XBL Gold). Microsoft bietet also lediglich eine Plattform, auf der sich Dienste anderer Unternehmen konzentriert bündeln. Und für diese Dienstleistung kassiert man ordentlich ab.

Sieht man sich noch einmal die Statistik an, die besagt, dass Videospiele nicht mehr die Nr. 1-Tätigkeit sind, wird eines klar: Internet-, Video- und Musikdienste konkurrieren mit Videospielen. Wer seine Zeit damit „verschwendet“ Videos zu schauen, der nutzt sie nicht „sinnvoll“ um ein Videospiel zu spielen. Das ist zumindest die Sicht eines Gamepublishers. Weniger Konsum bedeutet weniger Verbrauch bedeutet weniger Einnahmen für die Spielindustrie. Ein Unternehmen wie Nintendo, die fest mit beiden Füßen im VG-Geschäft stehen, werden niemals den selben Weg einschlagen. Denn damit lenkt man von den eigenen Produkten ab und bietet attraktive Alternativen, an denen man wenig verdient und die auch noch das Kerngeschäft versauen.

Microsofts Kerngeschäft sind jedoch nicht die Videospiele. Man hält an wenigen erfolgreichen, hauseigenen Marken (Halo, Forza, Fable) fest und verlässt sich ansonsten sehr stark auf Drittanbieter. Man wird in Zukunft zeitexklusiven Deals noch aggressiver hinterherjagen als bisher. Denn das ist ein schneller und einfacher Weg, um XBL Gold für Spieler attraktiver zu machen und somit die eigene Kasse zu füllen. Genau betrachtet geht Microsofts Zielgruppenerweiterung auf Kosten der einstigen Fans. Ob man im neuen Gefilde mehr Erfolg haben wird, wird die Zukunft zeigen.

Aber selbst Sony, die dick in Film- und Musikbusiness vertreten sind, wissen, dass eine Videospielkonsole nur erfolgreich sein kann, wenn sie in erster Linie das tut, wofür sie ursprünglich geschaffen wurde. Und deshalb ging es bei der ersten Vorstellung der PS4 am 20. Februar nur um die Aufmerksamkeit der Schöpfer und Fans von Videospielen.

Mit der überraschenden und scheinbar vorzeitigen Vorstellung der PS4, ist Sony ein bedeutsamer Marketingschritt gelungen. Anscheinend wusste man bereits seit geraumer Zeit von Microsofts Plänen und nutzte die Gelegenheit, um die Konsole weit vor der E3 der Öffentlichkeit zu präsentieren, mit der Überzeugung man biete das bessere Produkt. Mit dem Erstschritt zog man die volle Aufmerksamkeit auf sich und behält diese, solange bis MS nachzieht. Dabei brachte man eben diesen Konkurrenten in eine missliche Lage. Sollte Microsoft es Sony gleich tun und vor der E3 präsentieren, vielleicht im April, so muss man in der Lage sein Sonys Event zu toppen. Dabei besteht die Gefahr, zu viel zu verraten und die Hauptpräsentation auf der E3 zu gefährden. Wartet man hingegen bis zur E3, ist man im Rückstand, da Sony bereits zwei Stunden Präsentationszeit hatte und die Zeit auf der E3 Bühne für völlig neue Dinge nutzen kann.

Das Kernaugenmerk der PS4 liegt auf der eigentlichen Daseinsberechtigung der Konsole. Kein Trara um Entertaiment-Apps oder  Casual-Innovationen. Technik und Videospiele sind das Aushängeschild. Offensichtlich eine Sache, die auch Nintendo mit der Wii U anstrebte. Der Unterschied zu Nintendos Philosophie liegt jedoch im Konzept. Konventionelle Bedienmöglichkeiten für neue Spielwelten statt neuartige Interaktionsmöglichkeiten für bereits Bekanntes. Auch wenn Sony das Optionsfeld in jeder Generation erweitert, ist der Generationswechsel für die Spieler nie ein stoß ins kalte Wasser. Man hat seine Prioritäten und das sind nicht die Wii Fit Käufer.

Es ist eine Strategie, die man über mehrere Generationen entwickelt hat. Und nun werden alle Punkte systematisch abgearbeitet. Stell sicher, dass Entwickler alles haben, was sie brauchen und erleichtere ihnen das Arbeiten. Sicherlich neue Erkenntnisse, den Sony war in beiden Punkten schon immer knauserig. Eine  Folge dieser Erkenntnis, ist die Tatsache, dass ein Amerikaner diesmal die Entwicklung der neuen Konsole beaufsichtigt und leitet. Mit den Zugeständnissen an die Spielmacher, schlug man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Simple und bekannte Architektur ist einerseits verständlich, anderseits auch günstig. Und der Preis spielt vor allem am Anfang einer Generation eine durchaus entscheidende Rolle. Der Konsolenhersteller muss schnell viele Geräte absetzen, um sich die Unterstützung der Drittanbieter zu sichern. Letzteres ist besonders wichtig, wenn die Zeit nach dem Launch mit Neuerscheinungen gefüllt werden will. Ein konstanter Spielnachschub sorgt wiederum für wachsende Konsolenabverkäufe. Der natürliche Konsolenzyklus. Um die Unterstürzung der 3rd Parties muss man jedenfalls nicht bangen.

Diesmal wird die preisliche Positionierung im Konkurrenzkampf besonders interessant. Sony sowie Microsoft sollen sehr ähnliche Hardware verwenden, wenn auch die PS4 leistungsstärker sein soll. Dafür wird wohl die Kinect2 Kamera den Preis auf Microsofts Seite wieder in die Höhe treiben. In der siebten Generation war MS stets bedacht, die 360 günstiger anzubieten, als Sony die PS3. Diesmal wird es vielleicht nicht möglich sein, oder nur im geringen Maße. Ein exakt gleicher Preis würde einen direkten Konkurrenzkampf sehr spannend gestalten.

Das zweite wichtige Startkriterium sind die Launchgames. Erwecken sie nicht das Interesse der Spieler, spielt die Höhe des Konsolenpreises fast keine Rolle, siehe Wii U. Deswegen geht Sony kein Risiko ein. Worauf fährt der Durchschnitts-Launchkäufer ab? Auf Action (Killzone, Infamous), auf schnelle Autos (DriveClub) und Männer in kurzen Hosen, die ständig versuchen nach einem Ball zu treten (Fifa, das mit Sicherheit zum Start in den Regalen stehen wird). Neue IPs wird es ebenfalls geben, jedoch sind Nachfolger am Anfang wichtiger. So lockt man die bereits bestehende Fanbase und versuch durch einen kleinen PR Trick neue Spieler anzulocken. Keiner der Nachfolger ist durchnummeriert, so muss man sich als Neueinsteiger nicht zwangsläufig fragen, ob man die älteren Teile gespielt haben muss. Hardcoregamer sind diejenigen, die eine neue Konsole zuerst kaufen. Und momentan fokussiert sich Sony verstärkt auf diese Gruppe.

Natürlich gibt es auch die Benutzergruppe, die einen schnellen und einfachen Zugang zu Videospielen braucht. Ein traditioneller Controller ist nicht wirklich einsteigerfreundlich. Man muss als Anfänger zunächst jede Menge Zeit investieren, um damit halbwegs zu Recht zu kommen. Doch das Interesse an Videospielen dieser Gruppe ist bei weitem nicht so groß, um diese Zeit da rein zu stecken. Erst wenn der Preis der PS4 die gewisse massentaugliche Marke unterschritten hat, lockt Sony mit zielgerechten Angeboten, um neue Märkte zu erschließen. Das waren Singstar und EyeToy auf der PS2 und Move auf der PS3.

Der mystische Markt der Gelegenheitsspieler birgt ein ungeahntes Potenzial, das die Konsolenhersteller seit der PS2 zu erschließen versuchen. Dabei muss man dieses ambivalente Geschöpf erst einmal verstehen lernen.

Es heißt Apple profitierte von der zerplatzten Blase des großen Wii-Booms, oder führte das Ende sogar herbei. Gelegenheitsspieler sind nun Smartphone- und Tabletgamer. Dort fanden sie was sie brauchen, einfache Bedienung, simple Spiele, günstige Preise. Jedoch steckt in vielen von ihnen diese Sehnsucht, die zuletzt die Wii befriedigte: Eine gemütliche und unterhaltsame Daddelrunde mit Familie, Freunden oder Hund auf der Couch vor dem Fernseher. Das wird eine Singleplayerpartie Angry Birds auf dem Scheißhaus nie ersetzen können. Deswegen wird man diese Gruppe der Spieler immer ins Wohnzimmer zurück locken können, zu Konsolen, die angeblich bald ausgestorben sein werden.

Trotz seiner riesigen Masse, ist der Gelegenheitsspieler ein unsicherer Faktor im Videospielgeschäft. Er ist zunächst nur Wachstumspotenzial und kein verlässlicher Unterstützer. Er investiert weniger und verliert schneller das Interesse, während der ernsthafte Spieler oft mit Leib und Seele dabei ist und das über viele Generationen hinweg.

Wessen Strategie und Konzept wird nächste Generation die meisten Lorbeeren ernten? Die PS2, die bis Dato erfolgreichste Konsole, konnte beide Gruppen einfangen und lange an sich binden. Dazu waren keinerlei Alternativdienste notwendig. Abgesehen von der Fähigkeit DVDs und CDs abzuspielen, waren Videospiele ihr Hauptzweck. Mit der Wii konnte Nintendo sofort die Casualgamer begeistern. Hardcorespieler und 3rd Parties blieben jedoch auf der Strecke. Aus diesem Grund war es  nur ein vergleichsweise kurzer Sprint,  zurück zu führen auf  fehlende Unterstützung von Geber- und Nehmerseite. Die Konkurrenz bleibt jedenfalls noch lange im Rennen um die siebte Generation.

Wie Jack Tretton einmal sagte, ist das Konsolen-Business ein Marathon. Nur wer Ausdauer und Anpassungsfähigkeit beweist, bleibt lange erfolgreich im Rennen. Denn das ist das eigentliche Ziel.

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19 Kommentare zu “Strategien und Konzepte: Wii U vs „Durango“ vs PS4

  1. Eines ist sicher…..ES WIRD INTERRESSANT!!!

    Ich gebe ja jedem die Chance mich zu begeistern, denn wenn MS sich mit ihren Konsolen bemühen würde und endlich mal gute 1st party Spiele bringt kann man immernoch über eine „Durango“ nachdenken.

    Wenn Nintendo wieder so wird wie früher, endlich einmal kapiert, dass man bei den Casuals nicht mit einer Konsole punkten kann, die Qualität ihrer Spiele bessert und endlich mal 3rd party support kriegt kann man aich über eine (nicht mehr als 200€ kostende) Wii U nachdenken.

    Wenn Sony so weiter macht wie bisher, nicht nochmal eine Konsole aif den Markt bringt die viele Geldbeutel zum weinen bringt und sich ebenfalls wieder um viele Exklusivtitel bemüht könnten sie mich auch als Launch Käufer gewinnen.

  2. @Triple
    Bei MS würde ich mir wenig Hoffnung machen, die hatten schließlich noch nie gute Exklusivspiele.

    Bei Nintendo sieht´s nicht wesentlich besser aus, auch da hapert es an den guten Exklusivtiteln und die Hardware spottet sowieso jeder Beschreibung.

    Bei Sony wird es wie gehabt sein, nur dass der Preis der Konsole diesmal wesentlich tiefer als bei der PlayStation 4 angesetzt werden kann, schließlich muss man diesmal kein eigenes Format wie BR an den Mann bringen.

  3. @Edel

    Ich meine damit ja nur, dass ich denen die Chance gebe meine Meinung über sie zu ändern. Wobei wenn ich mir so durchlese was man so über die beiden hört (Mario Ausschlachtung, kein 3rd party, Gebrauchtspielblock, Casualisierung) scheint nicht viel Hoffnung darin zu liegen. Ich bleibe erstmal einfach bei PC und PS3/Vita. Die PS4 kommtmir ins Haus sobald ich endlich den Haufen an verpassten PS3 Spielen nachgeholt habe.

  4. @Triple
    Ich hoffe auch stark, dass dich die ganzen Kracher bis zum Ende des Jahres noch schaffe. Ich will mich schließlich ausgiebig mit der PlayStation 4 beschäftigen. 😉

  5. Wow, so eine ausführlich massiv stichhaltige Kompetenz findet man nicht eben mal in werbegeil relativierenden Mags oder Portalen, nein, dafür braucht es die SDFG, ohne die wäre eine ehrlich grundlegend wichtige Aufklärung nicht möglich.

    Weiter so!

  6. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass das Angebot von MS sich zum Großteil auf die Staaten beschränken wird, wie bereits bei ihrer jetzigen Konsole.

  7. @Team Caliber
    Ich dachte die interessieren sich nur für die britischen Call of Duty/ FIFA Idioten? Wenn man sich ansieht was dort so verkauft wird und wie viel davon Rauch…ähem Xbox erhältlich ist… :/

    P.S. Die Wii U ist so eine Hardcore-Kosnole, dass alle Argumente dagegen hiermit komplett zerstört werden. 😀

  8. @Triple
    Lego passt schon perfekt zur Zielgruppe der Wii U, wenn es nicht gar schon etwas zu kompliziert ist für die Kleinen. xD

  9. An ?Triple?:

    Die Insel ist eine amerikanische Bastion in Europa und das in fast jeder Hinsicht. Dass die drüben auf die 360 abfahren, ist also kein Wunder.

    Habt ihr schon bemerkt wie Coregames in Wii U TV Spots, ausgenommen 18er Titel, verkindlicht werden?

  10. An sich bin ich arg gespannt was uns erwartet. PS4 und die neue Xbox werden eh wie immer am ersten Tag gekauft. Die WiiU hingegen interessiert mich überhaupt nicht. Das Lego City wäre nett, aber bei weiten kein Kaufargument.
    Jetzt am ende des Konsolenzyklus kann ich nur sagen, das es ps3 und die 360 auf den ersten Platz bei mir geschafft haben. 360 Games machen alleine durch den besseren Controller und den Gamescores mehr Spaß. Kinect nutze ich gerne Move hingegen überhaupt nicht, aber PS3 konnte mit seinen PSN+ und seinen angeboten SEHR viel wieder gut machen. Immerhin ist mein 1TB Platte schon fast voll 🙂

  11. @360
    Zum Kauf einer PlayStation 4 würde ich dir auch raten, da kannst du nichts verkehrt machen.
    Bei der Xbox 720 wäre ich jedoch vorsichtig, durch die Gebrachtspielsperre und den Onlinezwang wird man schon sehr gegängelt und dann kommt noch die Kinectpflicht mit ins Spiel.
    Wii U ist natürlich kein Thema, kein normaler Mensch würde das Ding jetzt noch kaufen- die liegt technisch etwa auf einer Höhe mit der Xbox 360 und das ist alles andere als zeitgemäß.
    Move ist natürlich so eine Sache, macht braucht dafür die nötigen Skills, so wie bei der M/T-Kombi eben.
    Bei PS+ gebe ich dir (schon wieder oÔ) Recht, die Angebote da sind wirklich sehr gut und man bekommt eine Menge für sein Geld geboten.

  12. @Team Edel
    wieder Mal gut informiert worden von deinen bestätigten , vertrauenswürdigen Quellen?!?!!? MS hatte die Tage durch die Blume dementiert das es eine Gebrauchtspielsperre geben wird. Ich meine auch mich zu erninnern das Sony ein etwas fadenscheiniges Argumment dazu abgegeben hat..Also sei dir mal nicht so sicher das deine geliebte PS4 am ende nicht vieleicht doch mit einer Gebracuhtspielsperre kommt.

  13. @Monk
    Nichts wurde von Microsoft dementiert und Sony hat schon bestätigt, dass die PlayStation 4 keine Gebrauchtspielsperre haben wird. 😉

  14. @Team Edel
    Stimmt das haben Sie gesagt, nicht aber das dafür nichts gezahlt werden muss!!!

  15. @Monk
    Wenn es keine gibt dann muss man auch nicht dafür zahlen. Das mag bei Microsoft oder Nintendo anders sein, beim Rest der Welt jedoch nicht. 😀

  16. Das wurde nie gesagt!!!…nur das man gebrauchte spielen werden kann..wie weiß keiner…außer wahrscheinlich wieder dir und deinen tollen Isnidern… Ich prophezei dir eins. Entweder kommet keine mit ner Sperre oder beide

  17. @Monk
    Es kommt nur die Xbox 720 mit einer Sperre und das wurde schon mehrfach bestätigt, genauso wie die nicht vorhandene Sperre der PlayStation 4. 😀

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